Kunststoff Mythos #3: Wie gefährlich sind diese Weichmacher wie BPA eigentlich?

durch Kalie Cheng auf October 06, 2020

Kunststoff Mythos #3: Wie gefährlich sind diese Weichmacher wie BPA eigentlich?

Kunststoff Mythen

In den letzten Folgen haben wir euch etwas zu den Mythen über schädliche Additive und PET-Flaschen in der Sonne erzählt.

Heute geht es um diese schädlichen Weichmacher? Was können die eigentlich?

Wo liegt die Gefahr?

BPA* und viele Phtalate** werden als endokrine Disruptoren*** eingestuft. Das heißt sie beeinflussen das Hormonsystem. Besonders kritisch ist das in Entwicklungsphasen bei Kindern und Säuglingen sowie in der Schwangerschaft.

Bisphenol A

Der BUND beschreibt es sehr schön: “BPA wirkt wie das weibliche Hormon Östrogen und hat in Tierversuchen schon in geringen Konzentrationen Organmissbildungen sowie Beeinträchtigung der Gehirnentwicklung und der Fortpflanzung verursacht. Beim Menschen gilt BPA u.a. als Mitverursacher von Kreislauferkrankungen, Diabetes, Übergewicht, Störungen des Immunsystems sowie Brust- und Hodenkrebs.”

Das liest sich nicht wirklich angenehm. Glücklicherweise ist der Einsatz von BPA mittlerweile im Lebensmittelbereich verboten. Ganz verboten? Nein, nicht ganz. Bei Konserven ist die Verwendung weiterhin erlaubt. Der Stoff ist ein Baustein für die Beschichtung der Innenseite der Dosen aus Epoxidharz. Die Beschichtung dient dazu, den Inhalt vor Korrosion zu schützen. Wenn das BPA in die Beschichtung eingebaut ist, ist es nicht gefährlich. Es bleibt aber vereinfacht gesagt immer ein Rest nicht eingebundener BPA-Bausteine übrig und diese können in die Lebensmittel übergehen. Eine Stichprobe des BUND**** fand heraus, dass 74 % der untersuchten Proben aus dem Lebensmitteleinzelhandel belastet waren. Hier gibt es also immer noch etwas zu tun.

Andere Weichmacher

Die weiteren Phtalate, die im Einsatz sind, finden sich zum Beispiel als Weichmacher in Fleischverpackungen. Sie sind immerhin nicht ganz so kritisch wie BPA. Zum Beispiel wirken DEHP, DBP und BBP fortplanzungsgefährdend, während die weniger toxischen Ersatzstoffe DINP und DIDP “lediglich” lebertoxisch wirken.



Juchu! Ja, das ist ein Fortschritt, eine Lösung sieht aus unserer Sicht aber irgendwie anders aus.

Fazit

Insgesamt müssen wir in diesem Fall sagen, an diesem Mythos ist was dran. BPA gehört nicht in den Lebensmittelbereich. Auch die anderen Weichmacher sind leider nicht wirklich unbedenklich, sondern nur weniger gefährlich. Hier gibt es noch viel zu tun!

Unser Tipp: Ernährt euch nicht vorwiegend von Konserven und kauft Lebensmittel möglichst frisch und mit wenig Verpackung ein. Das ist sowieso gut für die Gesundheit und die Umwelt freut sich auch :-)

Fußnoten

* BPA steht für Bisphenol A und ist der wohl berühmt-berüchtigste Weichmacher
**Phtalate bezeichnet eine Familie chemischer Stoffe, von denen viele zur Herstellung von Weichmachern verwendet werde
***einfach ein weiteres cooles Fachwort zum Angeben
****Stichprobe des BUND zu BPA: https://www.bund.net/themen/chemie/hormonelle-schadstoffe/bisphenol-a/lebensmittelkonserven/