Unser erstes Recyclingprojekt in Äthiopien

durch Kalie Cheng auf June 16, 2020

Unser erstes Recyclingprojekt in Äthiopien

Worum geht es?

Wie du vermutlich bis hier schon erfahren hast, setzten wir uns dafür ein, dass einmal hergestellter Kunststoff auch so gut und so oft es geht wiederverwendet wird und so den Verbrauch von neuem Rohöl vermindert. Ein konkretes Fallbeispiel dafür, was wir tun, ist unser PET-Projekt in Äthiopien. Dieses Potenzial hat sich durch Kalies Expertise als Doktor der Polymerchemie, Abiyes langjährige Erfahrung im Handel zwischen Äthiopien und Deutschland, sowie gemeinsamen Erforschungen und Analysen vor Ort ergeben.

PET-Flaschen

Bestimmt hast du schon mal von PET gehört und wahrscheinlich auch schon oft eine PET-Flasche in der Hand gehabt. Die Abkürzung steht für polyethylene terephthalate. Diese Art von Kunststoff lässt sich besonders gut recyclen. Deshalb bietet sie sich als Startpunkt an, um in Äthiopien die Recycling-Industrie nachhaltig zu verändern.

Die Situation in Äthiopien

Hier in Deutschland klappt das auch schon sehr gut. In Äthiopien jedoch ist das nicht der Fall. Dort gibt es zwar Anreize dafür, dass die Flaschen nicht einfach weggeschmissen und verbrannt, sondern gesammelt und sortiert werden. Es gibt auch Anlagen, in welchen die Flaschen dann zu kleinen Stücken geschreddert werden. Aber da hört der Recycling-Prozess schon auf.

Die Flakes, wie man diese Form nennt, werden zu Ballen gepresst und zum Beispiel nach Italien exportiert. Dort wird daraus Regranulat hergestellt, das wieder für die Herstellung neuer PET-Flaschen genutzt werden kann. Innerhalb Europas kann dieses sogenannte rPET gut abgesetzt werden. Denn die Nachfrage nach recyceltem Material ist hoch und steigt weiter. Das führt wiederum dazu, dass die Preise für rPET höher liegen als die Preise für Neu-PET. Daher importiert Äthiopien ausschließlich neu hergestelltes PET.

Das Problem daran ist, dass die eigentliche Wertschöpfung des Recycling-Prozesses im Ausland stattfindet. Flakes werden zu einem niedrigen Preis exportiert und Neumaterial zu einem hohen Preis importiert. Dabei sind Importe aufgrund des Devisenmangels ohnehin schon sehr teuer.

Unsere Lösung

Das Wissen, die Technologie und das Kapital für einen vollständigen Kreislauf ist in Äthiopien einfach noch nicht verfügbar. Und das wollen wir ändern. Deutschland ist bekannt für einen hohen Standard im Bereich Recycling. Deutsche Unternehmen sind bei Maschinen, Systemen und Best Practices weltweit führend. Nur bezüglich Investitionen in Äthiopien sind sie noch zögerlich. Dabei spricht vieles für gute Erfolgsaussichten. Das wollen wir mit einer Machbarkeitsstudie beweisen und so eine Win-win-win-Situation erzeugen: Für die Kapitalgeber, für die Äthiopische Wirtschaft und für die Umwelt.

Wenn das gelingt, sehen wir gute Möglichkeiten, das nötige Momentum zu erzeugen. Die positive Veränderung der Recycling-Mentalität kann dafür genutzt werden, Kreisläufe für andere Arten von Kunststoff aufzubauen. Und im besten Falle fungieren diese Beispiele als Use Cases und Inspiration für andere afrikanische Staaten.

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